Aufbau des Studiums
Der Diplomstudiengang Informatik gliedert sich grundsätzlich in die beiden Abschnitte Grundstudium und Hauptstudium. Das Grundstudium umfaßt vier Semester Regelstudienzeit, und das Hauptstudium umfaßt fünf Semester Regelstudienzeit, wobei das letzte Semester als Prüfungssemester gilt. Während dieses Prüfungssemesters sollte im wesentlichen die Diplomarbeit angefertigt werden. Genaue Informationen über Aufbau und Umfang der einzelnen Studienabschnitte sind in Studien- und Prüfungsordnung zu finden.
Grundstudium
(vier Semester)
Während des Grundstudiums werden allgemeine und grundlegende Kenntnisse aus der Informatik vermittelt. Dabei steht die thematische Breite im Vordergrund. Eine schematische Darstellung zeigt das folgende Bild.

Das Grundstudium Informatik läßt sich in fünf Säulen untergliedern:
- Theoretische Informatik (Θ-Säule), Praktische Informatik (P-Säule) und Technische Informatik (T-Säule) im Kernfach Informatik
- Lineare Algebra, Diskrete Mathematik und Analysis (M-Säule)
- ein Nebenfach (N-Säule).
Die Höhen der Säulen entsprechen den Umfängen der zu besuchenden Lehrveranstaltungen. Vorlesungen werden grundsätzlich zusammen mit Übungen angeboten; im Bild werden Vorlesung und Übung voneinander durch Punktlinien getrennt. Durchgezogene Linien trennen zwei Veranstaltungen. Nachfolgend stehen wenige Bemerkungen zu den einzelnen Säulen.
Θ-Säule: Theoretische Informatik
Veranstaltungen: Theoretische Informatik (stets im Wintersemester) und Logik für Informatiker (stets im Sommersemester).
Umfang: 6+4 SWS
Der Studienfachberater bemerkt
Beide Vorlesungen können in beliebiger Reihenfolge besucht werden. Es ist aber von Vorteil, zunächst die Vorlesung zur Logik zu besuchen und im Anschluß erst die Einführung in die Theoretische Informatik.
P-Säule: Praktische Informatik
Veranstaltungen: Algorithmen und Datenstrukturen (stets im Wintersemester) und Softwaretechnik (stets im Sommersemester) sowie die beiden Praktika Programmierpraktikum und Softwarepraktikum (jedes Semester).
Umfang: 6+6+2 SWS
(Das Programmierpraktikum ist in der P-Säule im Bild und in den 14 SWS nicht enthalten.)
Der Studienfachberater empfiehlt
Beide Praktika setzen Vorkenntnisse voraus. Das Programmierpraktikum findet in den letzten Wochen vor Vorlesungsbeginn statt. Programmierkenntnisse (in einer beliebigen, am besten prozeduralen Programmiersprache) werden vorausgesetzt. Wer diese nicht besitzt, sollte das Programmierpraktikum erst zu Beginn des zweiten Semesters absolvieren.
Voraussetzung für das Softwarepraktikum sind einerseits die erfolgreiche Teilnahme am Programmierpraktikum, andererseits Kenntnisse der Softwaretechnik, die in der Vorlesung Softwaretechnik vermittelt werden. Das Softwarepraktikum sollte deshalb nicht vor Besuch dieser Vorlesung absolviert werden.
T-Säule: Technische Informatik
Veranstaltungen: Rechenanlagen, Informationsübertragung und Automatisierungs- und Regelungstechnik sowie ein Hardwarepraktikum. Die drei Vorlesungen finden in einem dreisemestrigen Zyklus statt. Es sind zwei davon zu besuchen. Zu jeder Vorlesung gibt es das entsprechende Hardwarepraktikum; dies muß aber nicht immer angeboten werden.
Umfang: 4+4+2 SWS
Der Studienfachberater rät
Von den drei Vorlesungen zur Technischen Informatik müssen zwei Veranstaltungen besucht werden. Jeder Student ist gut beraten, sich genau zu überlegen, welche der drei Vorlesungen gewählt werden sollen. Natürlich sind alle drei Vorlesungen interessant, und man kann auch alle drei Vorlesungen besuchen. Entscheidet man sich für den Besuch von „nur“ zwei Vorlesungen, sollte die Wahl nicht auf die erstbesten Vorlesungen fallen, sondern bewußt getroffen werden.
M-Säule: Mathematik
Veranstaltungen: Diskrete Mathematik und Lineare Algebra für Informatiker 1 und 2 (das Modul beginnt im Wintersemester) und Analysis für Informatiker 1 und 2 (das Modul beginnt im Sommersemester).
Umfang: 6+5+6+5 SWS
Der Studienfachberater erwähnt
Die beiden Vorlesungen zur Analysis bauen nicht stark aufeinander auf, können bei Bedarf in beliebiger Reihenfolge gehört werden. Dies gilt nicht für Diskrete Mathematik und Lineare Algebra; hier sollte die Vorlesung 1 vor der Vorlesung 2 besucht werden.
N-Säule: Nebenfach
Aus einem reichhaltigen Nebenfach-Angebot kann ausgewählt werden. Zu diesem ganzen Komplex gibt es genauere Informationen hier. Umfang: mindestens 10 SWS
Der Studienfachberater weist hin
Die Wahl des Nebenfaches sollte frühzeitig erfolgen, am besten bereits zu Studienbeginn. Das heißt keineswegs, daß bereits dann auch die ersten Veranstaltungen besucht werden müssen.
Hauptstudium
(vier Semester plus ein Prüfungssemester)
Während des Hauptstudiums werden Veranstaltungen besucht, die Themen, die schon aus dem Grundstudium bekannt sein können, ausführlich und umfangreich behandeln. Im Gegensatz zum Grundstudium steht im Hauptstudium die Vermittlung von Spezialwissen im Vordergrund. Dabei soll der Student sich auch in einem der drei Gebiete der Informatik vertiefen, also eine gewisse Konzentration anstreben. Dies verlangt aber nicht, die übrigen Gebiete zu vernachlässigen. Jeder Student sollte bestrebt sein, aus allen Gebieten der Informatik auch im Hauptstudium Veranstaltungen zu besuchen, um sich umfassendes Wissen anzueignen.
In der Regel wird das im Grundstudium gewählte Nebenfach fortgesetzt. Bestimmungen zum Nebenfachwechsel sind in der Prüfungsordnung zu finden.
Hinweis: Studieren im Ausland
Beliebt sind und immer wichtiger werden Auslandserfahrungen. Es ist möglich, das Studium für einen Auslandsaufenthalt zu unterbrechen. Dieser kann ein Semester oder zwei Semester dauern. Der im Studienablauf günstigste Zeitpunkt für einen Auslandsaufenthalt ist nach Ablegen der Diplom-Vorprüfung, das heißt, zwischen Grund- und Hauptstudium. Auslandsaufenthalte können im Rahmen von Austauschprogrammen oder universitären Partnerschaften erfolgen. Seltener finden individuelle Studienaufenthalte im Ausland statt, sind aber ebenfalls möglich.
Auslandsaufenthalte müssen lange geplant werden; eine Vorlaufzeit von einem Jahr (und mehr) ist nicht selten. Bei speziellen Angeboten kann aber auch sehr kurzfristig gehandelt werden.

