Intern
Institut für Informatik

26.05.2008

Informatik-Kolloquium

Im Sommersemester 2008 findet im Rahmen des Informatik-Kolloquiums die folgender Vortrag statt:

Montag, 26. Mai 2008, 17:00 Uhr, Turing-Hörsaal

Dr. Klaus D. Mapara (Fa. iWelt AG, Eibelstadt)

“Ein Mittelständler im Schnittpunkt von Medienindustrie und Informationstechnologie - Erfahrungen und Ausblick“


Die Entwicklungen der Informationstechnologie in den letzten 30 Jahren waren so gravierend, dass kaum ein Bereich des menschlichen Zusammenlebens davon unberührt geblieben ist. Die Miniaturisierung der Hardware, die Leistungsexplosion der Rechner und die Fähigkeit der Software haben Anwendungen ermöglicht, die vor wenigen Jahren eher dem Thema "Science Fiction" zugeordnet worden wären.
Die massenhafte Verbreitung von PCs und dem Internet in breitesten Schichten der Bevölkerung und über alle Generationen hinweg ist dabei nur die Spitze des Eisberges.

Die Medienindustrie in allen ihren Facetten wie Musik, Video, TV, Radio, Kino, Bücher, Magazinen, Zeitungen und sonstigen Informations- und Unterhaltungsangeboten versucht "Zeitgeist" aufzugreifen. Das, was die Menschen fasziniert, interessiert oder ihnen Angst macht, soll möglichst authentisch vermittelt werden. Wenn neue Ideen oder Technologien dabei behilflich sein können, werden diese schnell und pragmatisch umgesetzt.

Dieser "interaktive" Prozess wurde mit Gutenberg erstmals in Europa in Gang gesetzt, als durch ein technisches Verfahren - die beweglichen Lettern - die Massenproduktion von Büchern beginnen konnte.
Erstmals wurden bedeutende kulturelle Entwicklungen, wie der Humanismus und die Reformation durch ein "Medium" - damals das Buch - stark beeinflusst und gefördert. Seither hat jede technische Innovation fast unmittelbar nach ihrer "Erfindung" Einzug und Nutzung in den Medien gefunden. Traurigen Ruhm hat dabei im letzten Jahrhundert der Rundfunk erlangt, der als wesentliches Werkzeug der NS-Propaganda anzusehen ist.

Die Geschwindigkeit, mit der diese Interaktion zwischen Technik und Medien in der Vergangenheit abgelaufen ist, war teilweise recht unterschiedlich. Die Dinge veränderten sich zwar oft nicht so schnell wie angenommen, aber in der Regel schneller als gedacht.

Die IT-Revolution der letzten 20 Jahre indes hat völlig neue Dimensionen hinzugefügt: "Realtime" und "Interaktion". Das sind Merkmale, bei denen bisherige Medien nur eingeschränkt glänzen konnten.

Diese völlig neuartigen Möglichkeiten, Meinung zu äußern oder sich Informationen zu beschaffen, provozieren an der einen oder anderen Stelle die Frage, ob bisherige Gewohnheiten oder Nutzungsverhalten nicht einfach verschwinden werden. Die Musikbranche - einst das stolze Zugpferd der Medienmultis wie Bertelsmann und Time-Warner - kämpft ums Überleben.
In den USA hat Craigslist z.B. den kompletten Kleinanzeigenmarkt erschüttert. Auch in Deutschland kann beobachtet werden, dass seit einigen Jahren der Kleinanzeigenmarkt für Immobilien und Autos nunmehr überwiegend im Internet stattfindet. Den traditionellen Anbietern, wie lokalen und nationalen Zeitungstiteln, werden dabei wenige Chancen eingeräumt, das verlorene Terrain zurück zu gewinnen.

Es geht heute also nicht mehr um die Verbesserung oder Veränderung von Geschäftsprozessen -es geht darum, dass manche Geschäftsmodelle, die bisher tausende oder hunderttausende von Arbeitsplätzen geschaffen haben, möglicherweise beendet sind.

Die Krick Unternehmensfamilie ist in drei Geschäftsfeldern aktiv: Im Bereich Verzeichnisse und Local Search, als Anbieter von Fachinformationen und als Dienstleister im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie. Wie waren die letzten 20 Jahre für ein mittelständisches Medienunternehmen mit ca. 400 Mitarbeitern und 3 Standorten in Deutschland? Ist Krick von diesen rasanten Entwicklungen überhaupt betroffen oder bieten sich gar neue Chancen?

Zu diesem Vortrag nebst anschließender Diskussion laden wir Sie herzlich ein.

Die Dozenten der Informatik